Blog — Hirschen, fine hotel in the Bregenzerwald

Painting of hands and feet emerging from green water above a doorway, with a bright corridor and a plant on a white plinth below

Ist das Kunst?

Dem aufmerksamen Hirschengast entgeht es nicht: man hat ein Faible für Kunst hier, in diesem historischen Haus. Nun ist das per se nichts Besonderes. Und doch wollen wir ein wenig auf die Anfänge zurückschauen, wie die Kunst in den Hirschen kam.

Zurück also bis zu den Vorfahren von Familie Fetz. Genauer gesagt zu Franz Metzler, seines Zeichens Künstler und Kunsthandwerker, und Theres Metzler. Sie war eine begnadete Kunststickerin und hat für die Juppe, die Bregenzerwälder Frauentracht, gestickt.

Franz Fetz verbrachte in seiner Kindheit viel Zeit in der Werkstatt seines Großonkels, die Arbeit mit den Händen faszinierte ihn. Hier wurde das Interesse geweckt, das sich später zur Leidenschaft entwickelte. Vielleicht liegt es auch daran, dass er selber in unserer König-Max-Suite unter dem bis 2005 verborgenen barocken Deckengemälde des Malers Gabriel Ignaz Thumb zur Welt kam? Heute schwer zu sagen.


Barockes Deckengemälde in der König Max Suite: Medaillon mit der Anbetung der Könige, umrahmt von bemalten Kassetten mit Rosen



Sein erstes Aquarell erstand Franz Fetz jedenfalls in den 1960er-Jahren in Saint Tropez - über die Jahre ließ ihn die Kunst nie mehr los. Auch durch Freundschaften mit Künstlern wie Paul Renner trug er vor allem Werke heimischer Künstler zusammen. Die neue Ausrichtung des Hirschen zum "Kunsthotel nach Wälder Art" 2012 wurde mit dem Vorarlberger Tourismus-Innovationspreis ausgezeichnet.



Weiß gedeckte Tische vor holzvertäfelter Wand mit zwei alten Porträts und einem farbigen Gemälde einer gekrönten Frauenfigur



Auch Peter und Pia Fetz sind der Kunst sehr zugetan und haben das Spektrum im Hirschen ausgebaut, mehreren Artists in Residence eine Bühne geboten. Thomas Schrenk kuratiert, was im Hirschen hängt - heute eine Mischung aus neuer und alter Kunst, national wie international.


Zwei Porträtgemälde, ein bärtiger Mann mit Hut und eine Frau mit dunklem Hut, an dunkler Wand über einer Holztheke


So bevölkern nun Gottfried Bechtold, Tone Fink, Uwe Jäntsch in friedlicher Coexistenz mit Leopold Fetz, Paul Renner, Axel Schindler und - natürlich - Thomas Schrenk das Haus und schaffen eine besondere Spannung.



Gerahmte Zeichnung eines Frauenkopfs im Profil mit dem handschriftlichen Satz „the wild nights are over honey“


Um also die viel zitierte Frage "Ist das Kunst - oder kann das weg?" zu beantworten? Ja, all das ist Kunst. Nichts davon kann weg. Es macht den Hirschen (auch) zu dem, was er ist.


PS: Wenn Sie sich wundern, warum im Saal ein Spiegelei an der Wand hängt: weil das das einzige Spiegelei ist, das wir bieten - beim Frühstück gibt es nämlich keine.


PPS: In der Juppenwerkstatt in Riefensberg gibt es in der Sommerausstellung "Ich geh sticken" bis 31.10.2026 einige Exponate von Theres Metzler zu sehen.

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