Blog — hirschen, fine Hotel im Bregenzerwald

Wiederauferstehung

Wie Sie bereits wissen: es hat gebrannt.
Vergangenen November. Kurz vor Weihnachten.
Und sonst so?

Sollten Sie gerade wenig Zeit zum Lesen haben, hier vorab — wie man das bei wissenschaftlichen Werken nennt — die Executive Summary:

. Der Hirschen hatte einen Brand. Dann eine Baustelle. Dann noch eine.
. Jetzt gibt es eine neue Küche (Kathedrale), einen neue Veranda bzw. Salon (lauschig), eine neue Feuerstelle (Wolga Blue, Mariamuttergottes) und bald eine Klimaanlage (für Sie und ehrlich gesagt auch für uns).
. Hotel & Restaurant sind ab 23. April wieder offen.
. Ich gelobe Besserung. Wieder.


Ausgangslage
In letzter Zeit scheint es Usus geworden zu sein, dass ich meine Newsletter mit einer Ausrede starte. Diesmal ist sie immerhin eine gute: es hat ja gebrannt. Und wer Feuer sagt, sagt Baustelle. Und wer Baustelle sagt, sagt: der Peter schreibt wieder mal keinen Newsletter. Aber jetzt geht es ja wieder.

Das Feuer, die Folgen & die unvermeidliche Baustelle
Also: nach dem Brand hat sich die Notwendigkeit der Verbesserung ergeben. Sollten Sie meine Zeilen öfters lesen, mag Ihnen aufgefallen sein, dass das Dorf und das Team in einer heroischen Nacht- und Tagaktion den Hirschen schwuppdiwupps in wenigen Stunden wieder gastfit gemacht haben.

Aber so ganz alles haben wir damals halt doch nicht geschafft. Und deswegen ist jetzt wieder Baustelle.

Und sollten die Herren und Damen bei der Raiffeisenbank in Egg das hier auch lesen, muss erwähnt werden, dass ich mir diesen Bau gar nicht selber ausgesucht habe! Die Lüftung war hin, was soll man denn machen, das muss man halt reparieren. Und wenn man schon dran ist, ist es schon schlau, dass man den Rest der Küche auch auf Vordermann bringt.

Auch die Veranda wollte ich eigentlich nicht neu bauen. Aber die ist halt genau über der Küche und bevor man da rundum bastelt, macht es auch Sinn, das Ding einmal so hinzubauen, dass es einen auch freut. Außerdem hatten wir ein Loch in der Decke. Und schlecht isoliert war es auch!

Und auch der wohlwollendste Mehrfachbesucher dieses ehrvollen Etablissements hat uns zu späterer Stunde unter Anwendung jeglicher verfügbarer Höflichkeitsfloskeln in den letzten Wochen wissen lassen, dass es "ohne den Kamin halt schon ein bisschen weniger gemütlich" ist an und um die Bar.

Also, sehr verehrte Gläubiger, hiermit bekräftige ich mein Dasein als lauterer Kaufmann und bescheinige ihnen, dass jegliche Bauanstrengungen, die schon wieder erfolgen, nicht meiner unersättlichen Baulust, etwaig verortetem Größenwahn des Peter Fetz oder sonstigen Spinnereien entsprungen sind. Nein, einzig allein die rationale Notwendigkeit hat dazu geführt, dass die Bagger und Kräne den Hirschen wieder umzingelt haben. So, damit sei dem Genüge getan.



Zur Erinnerung für Nostalgiker: schön war's. Aber es wird noch schöner.


Was neu ist — und warum es sich lohnt

Die neue Küche. Wir haben eine neue Küche. Herrgott, gegen das was da vorher war, muss man von einer Kathedrale des Geschmacks sprechen, wenn man, so wie ich, den stilistischen Maschinengewehr-Einsatz von leichten Übertreibungen als Hobby hat.

Der neue Salon. Über die Küche haben wir eben eine neue Veranda gebaut, fortan als "Salon" bekant. Hi Salon, nice to meet you! Das wird ein ganz lauschiges neues Ecklein im Hirschen. Sie werden sehen, wenn man einmal da gesessen hat, wird man sagen "keine Ahnung, wie es vorher gegangen ist".

Die neue Feuerstelle. Dann hat uns Ofenbau Voppichler eine neue Feuerstelle gebaut. Aus einem Stein, der "Wolga Blue" heißt. Ich sage es Ihnen, das ist ein "Stückle" geworden, wie man das im Bregenzerwald nennt (Als solches bezeichnet man hierzulande besonders gelungene handwerkliche Höchstleistungen, und das mag schon was heißen!)

Die Klimaanlage. Dann sind wir noch dran, dass das Haupthaus Klimaanlagen verpasst bekommt. Warum das, fragen Sie vielleicht? Tja, da ist die Sachlage schnell erklärt: damit Sie im Sommer besser schlafen und etwaige akustisch auffallende Straßenverkehrsteilnehmer Ihnen gestohlen bleiben können. Das ist zu 50 % für Sie als Gäste, aber mindestens auch zu 50 % für die Pia und mich und den Rest des Hirschen-Teams. Weil wir schlafen dann auch besser. Also wenn wir wissen, dass Sie super schlafen. So ist das wohl, wenn man sich der leidenschaftlichen Gastgeberei hingegeben hat und manch leidenschaftlicher Gasgeber dem einen Strich durch die Rechnung machen will.

Somit habe ich auch in größtmöglicher Subtilität meine harsche Kritik an der Verkehrspolitik dieses Landes geübt. Möge es mir das Schicksal irgendwann in Milch & Honig erwidern.


So sieht es nicht mehr aus. Aus der Veranda wird unser Salon.



Ein kurzes, aufrichtiges Dankeschön.

So, jetzt muss man noch etwas sagen: vor einiger Zeit habe ich ebenjene vermaledeite Kritik-Technik angewandt, um Ihnen den Abschluss des durchaus langjährigen Projekts "Legalize Hirschen Schwarzenberg" kund zu tun. Jetzt hören Sie mir zu: ohne die super Arbeit der BH Bregenz und der anderen relevanten öffentlichen Stellen wäre dieser Umbau in dieser enorm knappen Zeit schlicht unmöglich gewesen. Dasselbe gilt für Nona Architektinnen, Flatz & Jäger Bauleitung und die vielen anderen Handwerker und Planer, die das hier möglich gemacht haben. Das muss man ja auch einmal erwähnen — scheint es doch en vogue zu sein, sich im Namen des Bürokratieabbaus lautstark in diese Richtung zu vergehen. Danke an dieser Stelle. Aufrichtig.


Und damit — Zur Zusammenfassung:

. Ab dem 23. April öffnet der Hirschen wieder seine Pforten. Very pretty und so weiter.
. Vicki Taubenberger, unsere langjährige Mitarbeiterin, kämpft derzeit um die Krone bei den "Jungen Wilden" — eine ziemlich prestigeträchtige Angelegenheit.
. Die Küche ist eine Kathedrale. Wir sind gespannt, was das kulinarisch auslöst. Schlechter wird's jedenfalls ganz sicher nicht — also kommen Sie bald zu einer ausgiebigen Gaumenmassage.
. Wir wurden in der AD portraitiert — solche Dinge erfahren Sie aktuell am schnellsten über unseren Instagram-Account.
. Ich gelobe, wieder einmal, Besserung, was den Rhythmus dieses digitalen Liebesbriefes angeht.


Sollten Sie es bis hierher geschafft haben, ohne im Zorn den "Unsubscribe"-Button geklickt zu haben: ich danke sehr für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf ein analoges Wiedersehen in Schwarzenberg.

Und da die weltpolitische Lage derzeit wieder etwas schwierig ist, darf ich Sie an dieser Stelle auf die äußerst attraktive Möglichkeit hinweisen, die ein Urlaub im Hirschen darstellen könnte. Konjunktiv wieder hart am Anschlag, ich weiß. Aber auch ohne weltpolitische Lage eine super Idee.

Auf bald!
Peter Fetz und das Hirschen-Team





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